Porter Bier – Mehr als nur Kirschbier

Porter Bier

Das Porter (früher ausschließlich als der Porter bezeichnet) ist ein dunkles Bier mit starken malzigen Geschmacksanteilen. Das traditionelle Porter Bier stammt aus England und bezeichnete dort ein obergäriges Bier mit 5 % Alkoholgehalt. In anderen Ländern, unter anderem auch in Deutschland, meint der Begriff hingegen ein untergäriges Starkbier mit bis zu 9 % Alkoholgehalt.

Ursprung des Porter Biers

Der Legende nach entstand der Vorläufer des Porters im London des 18. Jahrhunderts. Zu je einem Drittel wurden gewöhnliches Bier, Ale (ein alkoholhaltiges Getränk aus fermentiertem Getreide) und besonders hochwertiges Ale (Twopenny genannt) gemischt. Um 1720 schließlich soll der Legende nach der Londoner Brauer Harwood erstmals ein Bier unter dem Namen Entire gebraut haben, das die geschmacklichen Stärken von Bier und Ale in sich vereinte. Dieses Bier war insbesondere bei den Arbeitern und Lastträgern der Zeit beliebt, weshalb ihm der Volksmund schnell den Namen Porter Bier gegeben hat.

Im Zuge der industriellen Revolution wurde das Bier schnell in großer Menge hergestellt, da sich nur im industriellen Maßstab die nötige lange Lagerzeit kosteneffektiv durchführen ließ. Porter wurde in Großbritannien zu der Zeit in unterschiedlichsten Ausprägungen gebraut. Alkoholreiche und mit hohem Malzanteil versehene Biere wurden Stout-Porter genannt (aus diesen Sorten entwickelte sich im Laufe der Zeit das bekannte Stout), während mildere Sorten ohne den Zusatz Stout auskamen. Malz, Hopfen und Hefe waren (und sind es auch noch heute) die Grundzutaten. In alten Rezepten finden sich allerdings auch Absonderlichkeiten wie Lakritz, Weinstein, Kalk und Zimt. Es ist anzunehmen, dass der ein oder andere Lastträger den Genuss eines Porters mit einer ordentlichen Magenverstimmung bezahlen musste.

Auf dem europäischen Festland wurde das Bier der Hafenarbeiter im Laufe des 19. Jahrhunderts bekannt und beliebt. Wurde es zunächst noch von der Insel importiert, begannen Brauereien entlang der Ostseeküste schnell mit der Herstellung eigener Porter, die allerdings im Gegensatz zu ihren englischen Pendants zumeist untergärig gebraut wurde.

Der Niedergang des Bieres begann im 20. Jahrhundert. In England kam es aus der Mode, in Irland wurde es vom Stout verdrängt, allein in Schottland hielten einige kleine Brauereien die Tradition aufrecht. Auch in Deutschland war Porter lange Zeit bestenfalls ein Nischenprodukt, bis es in den 1980er Jahren vollends verschwand. Nur im Ostseeraum wurde die Spezialität durchgängig gebraut. In Polen beispielsweise stellt jede größere Brauerei Porter her.

Porter Herstellung

Da der Begriff Porter, anders als Pilsener oder Alt, nicht geschützt ist, kann dieses Bier neben Malz und Hefe noch weitere aromareiche Zutaten enthalten. Alle Porter Biere haben jedoch gemeinsam, dass der Anteil von Hopfen relativ gering ausfällt. Hopfen dient mehr dem Geschmack, es soll durch die Bitterstoffe der Süße des Malz entgegenwirken. Zu Beginn der Herstellung der Porter-Vorläufer war die Hinzugabe von Hopfen sogar völlig verpönt. Für ein traditionell britisches Porter wird obergärig gebraut. Nach Brauweise gemäß europäischem Festland wird immer untergärig hergestellt.

Geschmack und Aussehen

Ein Porter Bier ist optisch nicht von einem Stout zu unterscheiden. Die Farbe ist dunkel bis tiefschwarz. Die Schaumkrone ist typischerweise feinporig, hellbraun und von cremiger Konsistenz.
Im Antrunk zeichnet sich ein Porter Bier durch einen karamellartigen, malzigen und leicht süßlichen Geschmack aus. Im Nachtrunk kommt das Bittere des Hopfens und ein ausgeprägtes Röstaroma durch. Je nach verwendeten Substanzen während des Brauprozesses können die Biere im Abgang auch schokoladig (sogenannte Chocolate Porter) oder nach Kaffee (Coffee Porter) schmecken. Wird das verwendete Malz vor dem Brauen geräuchert, können Porter entstehen, die im Geschmack an geräucherten Schinken erinnern.

Lausitzer Porter

Spezialität aus der Lausitz

Bereits seit 1895 stellt die Bergquell Brauerei Löbau Lausitzer Porter her. Das außergewöhnliche an der Brauspezialität aus der Lausitz ist die Verwendung von Zucker während des Herstellungsprozesses. Das Ergebnis ist ein dunkelrotes, alkoholhaltiges Getränk mit festem Schaum, vollem Malzgeschmack und feiner Röstnote. Das Lausitzer Porter überrascht beim ersten Schluck mit einer ungewöhnlichen Süße, die sich jedoch im Abgang in unglaublich viele Geschmacksnuancen ausdifferenziert. Das Lausitzer Porter bezeichnet sich selber auf dem Flaschenetikett als „unglaublich süffig“, was jeder Bierkenner nach einigen Schlücken problemlos unterschreiben würde.
Gemäß einem Gerichtsurteil dürfen die Lausitzer Porter nicht mehr als Bier bezeichnet werden, da beim Brauen nicht auf das deutsche Reinheitsgebot Rücksicht genommen wurde (Zuckerzusatz ist nach dem Reinheitsgebot nicht erlaubt). Daher bezeichnet die Brauerei das Lausitzer Porter auch auf dem Etikett als „Brauspezialität“.

Fruchtig und Süß

Auf Basis dieser Brauspezialität wurde das Kirsch Porter entwickelt. Dieses Kirsch Porter besticht durch die fruchtige Note der Herzkirsche. Die Herzkirsche ist eine Frucht, die bereits optisch durch ihre dunkelrote Farbe anspricht und mit saftigem, süßen Aroma überzeugen kann. Die Süße der Kirschen in Kombination mit den herben Röstaromen machen das Kirsch Porter ideal geeignet für die Erfrischung an heißen Sommertage. Der moderate Alkoholgehalt von rund 4 % unterstreicht den Anspruch an eine erfrischende Brauspezialität.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass kaum eine Bierspezialität so unterschiedlich ausgeprägt ist wie das Porter. Abhängig von der Ursprungsregion und der Brauweise können Bierkenner hier mit jedem Schluck faszinierende, neue Geschmacksnuancen kennen und lieben lernen.

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