Champagner

Prosecco

Sekt

Schaumwein ist Wein, der so hohe CO2-Anteile enthält, dass er sprudelt bzw. schäumt. Das klassische Beispiel für Schaumwein ist Champagner, welcher unter diesem Namen nur in der französischen Region der Champagne hergestellt werden darf. Die meisten Schaumweine sind weiß oder rosé, aber es gibt auch Beispiele für roten wie z.B. italienischen Brachetto, australischen sprudelnden Shiraz und roten Krimsekt. Wie bei regulären Weinen gibt es auch bei Schaumweinen sowohl trockene als auch süße Varianten. Ein Wein, der weniger CO2 enthält und entsprechend weniger stark sprudelt, wird Perlwein genannt.

Entwicklung von Schaumwein

Auch wenn Champagner heute als typisch französischer Wein gilt, haben englische Weinhändler wohl eine beträchtliche Rolle zur Entwicklung dieses Schaumweines beigetragen. Aufgrund des hohen Drucks, den der Gärungsprozess verursacht, platzten Flaschen bis hin zur frühen Neuzeit sehr häufig, da sie nicht robust genug hergestellt werden konnten. Da dies zu hohen Kosten, Produktionsverlusten und sogar zu Verletzungen bei Winzern führte, galt die Entstehung eines Schaumweines, dessen Entstehung ein ungelüftetes Mysterium war, in dieser Zeit vielen als Teufelswerk und war dementsprechend unerwünscht. Französische Weine wurden in der Regel in Holzfässern nach England transportiert. Der harte Winter der Champagne konnte den Gärungsprozess unterbrechen, wodurch eine Restsüße und Hefeanteile im Wein verblieben. Wurde der Wein nun in England bei milderen Temperaturen in Flaschen umgefüllt, begann der Gärungsprozess wieder.

Zwei Faktoren begünstigten in England die Produktion von schäumendem Wein. Im 17. Jahrhundert ermöglichte die englische Glasproduktion mit Kohleöfen die Herstellung von widerstandsfähigerem Glas im Vergleich zur französischen Glasproduktion mit Holzöfen. Zum anderen hatten die Engländer den Korkenverschluss wiederentdeckt, nachdem er über tausend Jahre zuvor schon von den Römern verwendet worden war. Der Korken bewirkte, dass das entstehende Co2 nicht entweichen konnte, während das stabilere Glas dafür sorgte, dass der entstehende Druck die Flasche nicht sprengen konnte. 1662 fand der englische Wissenschaftler Christopher Merret heraus, dass die Schäumung des Weines mit seinem Zuckergehalt in Verbindung steht und dass durch Zugabe von Zucker fast jeder Wein zum Sprudeln gebracht werden konnte.

Erst nachdem sich der so entstandene „sparkling wine“ in England großer Beliebtheit erfreute, begannen die Winzer aus der Champagne bzw. aus Frankreich allgemein die kontrollierte Produktion von Schaumweinen. Ein Mönch mit dem Namen Dom Pérignon, dessen Name noch heute einen hochpreisigen Champagner ziert, hat maßgeblich zur Entwicklung der méthode champenoise beigetragen.

Champagner

Der Name des Champagners ist allgemein fast zu einem Synonym für Schaumwein geworden, dabei macht er gerade einmal 8% der weltweiten Schaumweinproduktion aus. Doch viele Produzenten produzieren nach der méthode champenoise, was sowohl die Rebsorten (Chardonnay, Pinot noir und Pinot meunier) als auch die Produktionsschritte angeht. Die Angabe von „méthode champenoise“ bzw. „Champagne style“ ist seit 1985 in der EU allerdings verboten.

Die Reben des Champagners werden bei äußerst extremen Umständen angebaut. Die Trauben wachsen in einer lang gezogenen Saison, in der sie über weite Strecken Schwierigkeiten damit haben, zu reifen. Das relativ kühle Wetter im Norden Frankreichs begrenzt die Auswahl an Rebsorten, die angebaut werden können, und die Weine, die aus ihnen gewonnen werden können. All das hört sich zunächst nicht nach der idealen Weinbauregion an, doch der kreidige Boden der Region bringt Trauben hervor, die über eine gewisse Balance in Säure und Fülle verfügen, die nur schwer in anderen Teilen der Welt reproduziert werden kann. Der Name Champagner garantiert daher sowohl die Herkunft aus der Champagne als auch eine hohe Qualität.

Meist wird Champagner aus mehreren Rebsorten unterschiedlicher Jahrgänge verschnitten und kommt daher ohne Jahresangabe auf den Markt. Die Rebsorten Chardonnay, Pinot noir und Pinot meunier verfügen alle über eigene Qualitäten, die man im Resultat wiederfinden kann. Chardonnay wird für seine Finesse und seine hervorragende Alterungsfähigkeit gepriesen, Pinot noir verfügt über einen reichen Körper und fruchtige Noten, während Pinot meunier hauptsächlich zum Aroma beiträgt, reiche fruchtige und florale Noten gehen meist auf diese Rebsorte zurück.

Cremant

Perlweine, die den Namen Cremant (cremig) tragen, wurden ursprünglich so genannt, da der niedrigere Co2-Gehalt dieser Weine als ein cremiges Gefühl im Mund wahrgenommen wurde gegenüber anderen vollsprudelnden Schaumweinen. Auch Cremant ist in Verbund mit dem Namen der Herkunftsregion eine geschützte Herkunftsbezeichnung innerhalb der EU, ohne genaue Herkunftsangabe kann jedoch jeder seinen Schaumwein Cremant nennen. Cremants werden anders als ihr enger Verwandter aus der Champagne in zahlreichen Regionen Frankreichs bzw. auch in Luxemburg hergestellt. Es gibt insgesamt acht Regionen, die diesen Perlwein herstellen: Pays de la Loire, Bourgogne, Limoux, Saumur, Vouvray, Alsace sowie Bordeaux und Luxembourg. Die geschützte Herkunftsbezeichnung setzt sich aus dem Namen des Schaumweins und der Region zusammen. Ein Cremant aus dem Loire-Tal hieße beispielsweise „Cremant de la Loire“. Für die Herstellung eines bestimmten Cremants werden sehr unterschiedliche Rebsorten verwendet, was die entsprechenden Cremants der Regionen sehr einzigartig und von einander teilweise stark unterschiedlich macht.

Prosecco

Prosecco ist ein italienischer Weißwein, der nicht zwingend schäumend sein muss. Es handelt sich bei Prosecco um eine geschützte Herkunftsbezeichnung der Regionen Venetien und Friaul-Julisch Venetien. Es gibt ihn in drei Varianten spumante („schäumend“) und frizzante („perlend“) sowie eben auch tranquillo, was einem regulären „stillen“ Weißwein entspricht. Prosecco wird vorrangig aus der gleichnamigen Rebsorte hergestellt, die seit 2009 eigentlich Glera genannt werden muss, da die EU „Prosecco“ in diesem Jahr zu einer Herkunftsbezeichnung erklärt hat. Doch auch andere Rebsorten können zu Proseccos verschnitten werden, sie dürfen in ihrem Anteil jedoch nicht über 15% der Gesamtmenge überschreiten. Traditionell werden dazu Verdiso, Bianchetta Trevigiana, Perera, Glera lunga, Chardonnay, Pinot Bianco, Pinot Grigio and Pinot Nero verwendet. Prosecco wird vor allem in trockener und halbtrockener Variation angebaut. Er gilt als erfrischend, leicht und dennoch charaktervoll.

Sekt

Sekt ist eine deutsche und österreichische Bezeichnung, die zwar nicht unbedingt auf deutsche oder österreichische Herkunft der Weine schließen lässt, aber zumindest billige mit Co2-Injektion hergestellte Weine ausschließt, da diese als Schaumweine bezeichnet werden müssen. Etwa 90 Prozent des Sektes, der in Deutschland produziert wird, wird zumindest in Teilen mit italienischen, spanischen oder französischen Weinen verschnitten. Lediglich „Deutscher Sekt“ besteht ausschließlich aus Trauben deutscher Anbaugebiete. Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist die Bezeichnung Sekt b.A. (bestimmter Anbaugebiete), diese Sektsorten werden ausschließlich aus den Trauben der 13 Qualitätsweinregionen Deutschlands gewonnen.

Bewährte Rebsorten in deutschem Sekt sind Riesling, Pinot blanc, Pinot gris und Pinot noir. Sehr qualitativ hochwertiger Sekt wird in Deutschland von Winzern in kleinem Maßstab selbst produziert. Dieser wird oft als Winzersekt bezeichnet und ist von großen Sektkellereien abzugrenzen, die wahlweise Trauben oder Sektgrundweine kaufen bzw. importieren. Der entsprechende Begriff für Österreich ist Hauersekt.