Weißwein

Rotwein

Likörwein

Wein ist eigentlich nicht mehr als vergorener Saft aus den Beeren der Weinrebe. Und doch ist das alkoholische Getränk viel mehr. Das Genießen von Wein ist eine Lebensphilosophie und vielleicht auch deshalb eines der ältesten, alkoholischen Getränke der Menschheit.

Definition Wein

Wein entsteht, wenn die Beeren der Weinrebe vergären. Der Gärungsprozess ist verbunden mit einem komplexen Verfahren. Welchen Geschmack, welche Qualität und welchen Preis ein Wein bekommt, hängt von unterschiedlichsten Faktoren ab. So haben Klima, Anbaugebiet, Lagerung und Rebsorte einen entscheidenden Einfluss auf Geschmack und Qualität von Wein. Zu den gängigsten Sorten gehören Weißwein, Rosé- und Rotwein. Außerdem zählen ebenso Schaumweine und Federweißer zur Familie. Als Wein dürfen laut europäischer Gesetzgebung alkoholische Getränke bezeichnet werden, die mindestens 8,5 Prozent Alkoholgehalt aufweisen. Doch das sagt nichts über die Qualität eines Weines aus. Aufschluss darüber findet sich auf den Etiketten der Flaschen. Wie hoch der Alkoholgehalt ist, aus welchem Anbaugebiet der Wein stammt und die Qualitätsstufe sowie Füllmenge und Abfüller müssen auf jedem Etikett stehen. Hingegen sind Rebsorte und Jahrgang freiwillige Angaben.

Wissenswertes über Wein

Wein war jedoch in der Geschichte der Menschheit nicht nur ein reines Genussmittel. Als Ursprungsland des Weinbaus gelten heute Armenien und Georgien. Erst 2010 fanden Archäologen in einer armenischen Ausgrabungsstätte Utensilien für die Weinherstellung, die rund 6.100 Jahre alt sind. Schon vor dem sensationellen Fund in Armenien war bekannt, dass im Nachbarsland Georgien vor 8.000 Jahren Wein produziert wurde. Doch wie im antiken Ägypten war Wein zwar besonders für die Oberschicht ein Genussmittel, aber die edlen Tropfen dienten auch für Rituale, Gottesanbetungen und kulturelle Zwecke. Weltweit verbreitet wurde Wein durch die Ägypter um 4.000 v.Chr. Durch phönizische Seeleute kam Wein nach Kreta und von da aus brachten die Römer den Rebensaft nach Europa. In Deutschland begannen die Römer vor allem am Rhein und an der Mosel die edlen Beeren anzubauen. Auch nach dem Untergang des Römischen Reiches wurde der Weinbau weiterverfolgt. Doch von der heutigen Qualität waren die edlen Tropfen weit entfernt. Dazu fehlten einfach die nötigen Kenntnisse und deshalb schmeckte Wein oft dünn und sauer. Erst durch eine jahrhundertlange Verbesserung des Weinbaus konnte Wein an Geschmack und Qualität dazugewinnen.

Weinbau

Geschmack und Qualität von Weinen hängt vom optimalen Zusammenspiel zwischen Rebsorte, Bodenstruktur, Klima und Winzer ab. Der Fachbegriff dafür lautet Terroir und umfasst die von der Natur gegebenen Faktoren für den Standort. Der Begriff stammt ursprünglich aus Frankreich. Besonders die Standortwahl beeinflusst maßgeblich das Aroma. In Deutschland gibt es insgesamt 13 Anbauregionen. Das Kleinste von ihnen liegt in Mecklenburg-Vorpommern. Es besitzt gerade einmal eine Fläche von 3,7 ha. Hingegen sind die südlicheren Anbaugebiete national und auch international bekannter. Besonders Riesling, Trollinger und Dornfelder sind deutsche Weinsorten, die über die Grenzen hinaus bekannt sind. Doch die Reben verlangen nicht nur eine bestimmte Bodenstruktur – auch an das Klima haben sie Erwartungen. Zu den klimatischen Anforderungen, damit Reben optimal reifen können, gehören mindestens 1.300 Sonnenstunden im Jahr, eine Durchschnittstemperatur von 15 Grad während der Blütezeit sowie Jahresniederschläge von rund 500 mm.

Während der Erntezeit wird die Kreativität der Winzer sichtbar. Denn um eine optimale Basis für die Reben bieten zu können, sind nicht wenige Weinbaugebiete an ungewöhnlichen Orten zu finden. An der Mosel beispielsweise wachsen die Reben an extremen Steilhängen, sodass man extra für die Ernte eine sogenannte Monorack-Bahn erfand. Ohne diese Maschine ist die Ernte eine mühselige und kaum zu bewältigende Arbeit. Eines der ältesten Anbauformen gibt es bis heute im französischen Chateau-Neuf-du-Pape. Typisch ist der kurzgehaltene Rebenstamm, der nicht gestützt wird. Diese Form gab es schon bei den antiken Römern.

Bekannte Reben und Weine

Doch im Vergleich zum antiken Rom gibt es heute eine beachtliche Auswahl an Weinsorten. Weltweit wurden 7,9 ha Land für den Weinbau genutzt (Stand 2000). Mehr als die Hälfte des angebauten Weins stammt aus Europa. Allein in Deutschland gibt es 140 Rebsorten von denen aber nur zwei Dutzend eine Bedeutung auf dem Markt haben. Auch weltweit gibt es zwar rund 20.000 Rebsorten, doch nur etwa 1.000 sind für die Herstellung von Wein zugelassen.

Bekannte Weißweinreben

Riesling

Die Riesling-Weinrebe zeichnet sich durch ihre Qualität aus und auch in kühleren Regionen bietet sie sehr gute Ernteergebnisse. Bereits seit 600 Jahren wird die Rebe kultiviert und ist eines der Aushängeschilder des deutschen Weinbaus. Der Geschmack der Rebe hängt zum einen vom Klima und von der Reife ab. Weine aus der Riesling-Rebe besitzen eine natürliche Säure und einen fruchtigen Duft.

Müller-Thurgau

Der ungewöhnliche Name der Rebsorte stammt von ihrem Züchter. Professor Hermann Müller, der aus dem Thurgau stammte, entwickelte die Rebsorte 1882. Sie ist eine Kreuzung der Sorten Riesling und Madeleine Royal. Das Besondere am Müller-Thurgau Wein ist der milde und fruchtige Geschmack.

Chardonnay

Chardonnay gehört neben dem Riesling zu den bekanntesten Rebsorten weltweit und bietet eine ausgezeichnete Geschmacksvielfalt. Die meisten Weine aus der Chardonnay-Sorte sind trocken, aber leicht und passen hervorragend zu sommerlichen Gerichten.

Gewürztraminer

Die fruchtige Rebe zählt zu den ältesten, kultivierten Sorten. In der Pfalz findet sich sogar noch ein sortenreiner, etwa 400 Jahre alter Gewürztraminer-Weinberg. Je nach Lagerung und Reife bietet Gewürztraminer Wein ein unverwechselbares Aroma nach Marzipan, Veilchen, Blutorange und Honig.

Bekannte Rotweinreben

Spätburgunder

Spätburgunder-Reben sind sehr anspruchsvoll, dafür aber bieten Spätburgunder-Weine ein vollmundiges und dennoch sanftes Aroma. Inzwischen trifft bei der edlen Rebe die Moderne auf Tradition. Denn typisch für Weine aus der Rebsorte ist die Verwendung von sehr reifen Trauben. Es entsteht eine saftige Farbe und zeichnet sich durch eine gerbstoffarme Milde aus. Moderne Weine aus der Spätburgunder-Rebe besitzen weniger Säure, aber mehr Gerbstoffe.

Dornfelder

Die Dornfelder-Reben sind eine Neuzüchtung aus den 1960ern. Dennoch gelten Dornfelder-Weine als echte Klassiker. Meist sind sie trocken bis halb-trocken und runden kräftige Braten, Wild und Käse ab.

Merlot

Fast überall auf der Welt wird inzwischen Merlot-Trauben angebaut. Merlot-Weine besitzen ein vollmundiges Aroma. Doch nicht immer findet sich sortenreiner Wein aus Merlot-Trauben und wenn, dann ist die Flasche ein kostspieliger Genuss.

Trollinger

Weine aus Trollinger Reben werden als schwäbisches Nationalgetränk bezeichnet. Trollinger-Weine zeichnen sich durch eine hohe Bekömmlichkeit aus und passen sehr gut zur schwäbischen Brotzeit, aber zu ganz vielen anderen, deftigen Gerichten.