Sherry – Der besondere Wein

sherry

Sherry ist ein Likörwein aus weißen Trauben, die in Andalusien angebaut werden. Die Auswahl an verschiedenen Sherry Sorten und Sherry Marken ist vielfältig. In erster Linie werden sie aus der Palomino-Traube hergestellt und reichen von leichten Versionen bis zu dunkleren und schwereren Versionen, die im Fass altern und oxidieren durften.
Grundsätzlich ist Sherry Wein zunächst handelsüblicher Wein, der in einem komplexen Ansatz mit Spirituosen angereichert wird und einen besonderen Reifungsprozess durchlebt. Jede Flasche Sherry enthält eine Mischung aus alten (zum Teil sehr alten) und jüngeren Weinen.
Erfahren Sie alles über Historie, Anbaugebiet, Sorten und die optimale Sherry Trinktemperatur.


Sherry – Eine spanische Renaissance

Bei dem Gedanken an Sherry kam Ihnen wahrscheinlich lange ein Bild ihrer Großmutter in den Sinn. Doch das Hip-Getränk der 70er-Jahre hat ein Comeback gestartet. Nach dem Gin-Hype wird nun Sherry Wein in Bars auf der ganzen Welt als moderne Zutat für Cocktails entdeckt. Sherry streift sein altmodisches Image ab und erweist sich bei globalen Cocktail-Menüs als Zutat der Wahl. Es gibt bereits einige Sherry-Bars, die sich speziell auf den altehrwürdigen Andalusier spezialisiert haben und junges, hippes Publikum anlocken.

Sherry – Ein Getränk mit Historie

Die Identität, der Charakter eines Sherrys ist nicht nur das Ergebnis seiner geografischen Herkunft – auch wenn die natürlichen Bedingungen, die in der Region Jerez zusammenkommen, außergewöhnlich sind. Seit über 3.000 Jahren prägen unterschiedliche historische Umstände Sherry Wein.
Seit die Phönizier im Jahre 1100 v. Chr. die Weinherstellung in Spanien eingeführt haben, ist Jerez ein Zentrum des Weinanbaus. Als die Römer um 200 v. Chr. die Kontrolle über die iberische Halbinsel übernahmen, wurde diese Tradition nahtlos übernommen. Im Jahr 1264 übernahm Alfons von Kastilien die Stadt. Von diesem Zeitpunkt an nahmen Sherry Herstellung und Export in ganz Europa erheblich zu.
Als Christopher Kolumbus in die Neue Welt aufbrach, hatte er Fässer voller Sherry an Bord und als Ferdinand Magellan 1519 die Weltumseglung plante, gab er mehr für Sherry aus als für Waffen.

Anbaugebiet des Sherry

Sherry darf nach spanischem Recht nur in einer ganz bestimmte südwestlichen Ecke Spaniens hergestellt werden, die als Sherry-Dreieck bekannt ist. Diese Region zwischen Puerto de Santa Maria, Jerez de la Frontera und Sanlùcar de Barrameda liegt am Atlantik, nur einen Steinwurf von Marokko entfernt, und beherbergt einen geschäftigen Hafen, der dazu beigetragen hat, Sherry Wein in die ganze Welt zu schicken.

Sherry Anbau
Sherry darf ausschließlich in dem sogenannten Sherry-Dreieck im Südwesten Spaniens angebaut werden.

Anbau und Sherry Herstellung

Die für den Sherry-Grundwein angebauten Rebsorten sind Palomino Fino, Ximènez und Moscatel. Palomino Fino, der mehr als 90% der gesamten Rebfläche einnimmt, wird ausschließlich für trockene Sherrys verwendet. Die anderen beiden werden für süße Sherrys benutzt.
Trotz des heißen andalusischen Wetters gedeihen diese Rebsorten auf dem kalksteinhaltigen Albariza-Boden sehr gut. Der Kalk fungiert als Wasserspeicher und versorgt die Rebstöcke von unten mit Feuchtigkeit.
Nach der Ernte werden zunächst alle Rebsorten getrennt zu einem Grundwein verarbeitet und im Anschluss ausschließlich mit Brandy bis zum erwünschten Alkoholgehalt vermischt.
Zur Sherry Herstellung wird ein System namens Solera y Criadera verwendet. Das Solera-System besteht aus mehreren Fässern, die übereinandergestapelt werden. Die Fässer werden nicht vollständig aufgefüllt. Die Stufen werden als Criaderas bezeichnet. Jedes Jahr wird dem untersten Fass, dem Solera, maximal 1/3 entnommen, das in den Verkauf geht. Anschließend wird die entnommene Menge mit Sherry aus dem nächsthöheren Fass aufgefüllt. In das oberste Fass kommt der frische Sherry. So erhält man einen Kreislauf, der gleichbleibende Qualität garantiert. In manchen Sherry-Häusern finden sich Jahrhunderte alte Soleras. Genau das macht den spanischen Likörwein so aufregend: In jedem Schluck steckt ein Stück Geschichte.

Die verschiedenen Arten von Sherry

Es gibt eine Vielzahl verschiedener Sherryarten und Sherry Marken, die sich stark in Aroma, Alkoholgehalt und Süße unterscheiden. In der Regel werden süßere Sherrys mit Nachspeisen verzehrt oder mit schärferen Aromen wie Blauschimmelkäse kontrastiert. Ist der Sherry trocken, wird er als Aperitif und leicht gekühlt serviert. Die Sherry Trinktemperatur hängt stark davon ab, wie trocken er ist. Idealerweise liegt die Sherry Trinktemperatur zwischen 7-10 ° C für einen Fino und 12-14 ° C für einen Oloroso.

Fino: Dies ist der trockenste Sherry und wird unter einer Schicht Florhefe fermentiert, die Oxidation verhindert und ihm einen unverwechselbar frischen Geschmack verleiht. Fino hat einen relativ niedrigen Alkoholgehalt zwischen 15-17% und wird am besten zu salzigen Lebensmitteln wie Oliven oder Mandeln genossen.

Amontillado: Dunkler als Fino und als Folge der sterbenden und oxidierenden Florhefe in einem Fino-Fass erzeugt. Beliebt als Aperitif kann er auch leichtere Fleischgerichte abrunden und hat einen ähnlichen Alkoholgehalt wie Fino.

Oloroso: Der vollmundigste der trockenen Sherrys. Er hat eine dunkle Farbe und nussige Obertöne, was ihn zu einer idealen Ergänzung zu Fleischgerichten macht. Sein Alkoholgehalt liegt bei 17-22%.

Palo Cortado: Irgendwo zwischen dem knackigen Geschmack von Amontillado und dem reichen Aroma von Oloroso. Der Palo Cortado ist ursprünglich durch einen Zufall entstanden. Aufgrund seiner Beliebtheit wurde die Herstellung jedoch mittlerweile perfektioniert.

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