Weizenbock – eine ganz besondere Bierspezialität

Weizenbock

Was ist Weizenbock für ein Bier?

Weizenbock ist ein obergäriges Starkbier mit mindestens 16 Prozent Stammwürze. Die Begriffe Stark- oder Bockbier sind hierzulande gesetzlich geschützt. Unter der Bezeichnung “Bockbier” darf nur Starkbier in den Handel gebracht werden.
Stammwürze bezeichnet den Anteil gelöster Stoffe im Biersud, bevor dieser vergoren wird. Darin enthalten sind etwa Eiweiße, Vitamine, Mineralien, Aromastoffe oder Malzzucker. 16 Prozent Stammwürze im Bier heißt demnach: 1.000 Gramm Bierwürze müssen vor dem Gären 160 Gramm Extrakt enthalten. Der Extrakt darf nach dem Deutschen Reinheitsgebot für Bier von 1516 nur Wasser, Gerste und Hopfen enthalten. Im Falle von Weizenbock wird statt der Gerste Weiten genommen. Die meisten Weizenbock-Biere kommen aus Deutschland, vor allem aus Bayern.

Weizenbock enthält mehr Kalorien als andere Biere. Ein halber Liter kommt auf 263 (kcal) und einen Brennwert von etwa 1100 kJ. Der Weizenbock Alkoholgehalt liegt bei 7,7 Volumenprozent. Die ideale Trinktemperatur sollte zwischen 6 und 8 °Celsius liegen. Die Weizenbock Haltbarkeit liegt, wie bei den meisten Bieren, zwischen drei und sechs Monaten. Zwar werden Biere generell nicht wirklich schlecht, danach verändert sich aber der Geschmack. Gelagert wird Weizenbock am besten stehend im Kühlschrank oder Keller bei sechs bis acht Grad Celsius.

Weizenbock Herstellung

Der Weizenanteil bei Weizenbock liegt für gewöhnlich bei etwa 50 Prozent, bei einigen Sorten sogar bei bis zu 70 Prozent. Zum Weizenbock Rezept gehören dann noch Münchner oder Wiener Malz, manchmal auch eine Kombination aus beidem. Gebraut wird das Bier mit einer traditionellen Dekoktionsmaische. Dieses Verfahren ist für den korrekten Körper zuständig und hat den Vorteil, dass keine unerwünschte Süße entsteht. Die Dekoktion (lateinisch decoctum = abkochen) ist im Brauwesen ein alternatives Maischverfahren zur so genannten Infusion. Bei diesem Verfahren wir ein Teil der Maische gekocht und anschließend wieder mit der Restmaische vermengt. Das führt zu einer besseren Lösung der Stärke und weiterer Malz-Inhaltsstoffe. Zudem steigt so die Temperatur der Restmaische.

Durch Zugabe von Hefestämmen auf Weizenbasis entsteht die typisch würzige und fruchtige Note des Getränks. Beim Brauvorgang muss exakt darauf geachtet werden, dass die Vergärungstemperaturen weder zu warm, noch zu kalt sind. Beides könnte die ausgewogene Kombination aus Phenolen und Estern stören und so den Geschmack beeinträchtigen. Für die ideale Bitternote des Weizenbocks kommt nur eine geringe Menge Edelhopfen in den Sud.

Wie schmeckt Weizenbock?

Der Geschmack wird oft als Kombination aus reichhaltigem Melanoidinmalz (Dextrine, die dem Bier eine rötlich-braune Farbe und den besonderen Geschmack geben), nelken-ähnlichen Phenolen, leichtem Bananen- oder Vanille-Geschmack und einer leichten Weizennote beschrieben. Die Verwendung von Münchner und Wiener Malzen fördert noch den brotähnliche Geschmack des Weizens. Manche Biere dieser Art können eine leicht schokoladenartige Note haben. Die so genannte Hopfenbittere ist niedrig, somit fehlt dem Weizenbock der Hopfengeschmack anderer Biere. Es dominieren eine Weizen-, Malz- und Hefenote im Gaumen. Länger gelagerte Weizenbock-Biere bekommen durch eine dem Sherry vergleichbare Oxidation mitunter eine noch komplexere Zusammensetzung. Diacetyl oder Methylsulfid fehlen im Weizenbock komplett.

Im Mund macht das Bier einen cremigen Eindruck, typisch beim Trinken ist auch das wärmende Gefühl des Alkohols. Münchner und Wiener Malz geben dem Bier die nötige Fülle. Der Kohlensäureanteil kann als moderat bis hoch beschrieben werden.
Weizenbock hat eine bernsteinfarbene bis rubinbraune Färbung. Typisch nach dem Einschenken ist eine dicke cremige-gebräunte Schaumkrone, die lange bleibt. Der hohe Eiweißgehalt des unfiltrierten Weizens verleiht dem Bier eine gewisse Trübe im Glas, zusammen mit den schwebenden Hefepartikeln.

Einige gängigsten Weizenbock Sorten sind: Schneider Aventinus, Erdinger Pikantus, Mahr’s Weisser Bock oder DeGroen’s Weizenbock. Serviert wird ein Weizenbock normalerweise in einem typischen Weißbierglas. Ein Weizenbock Glas ist unten schmal und oben weit, mit einer flötenartigen Silhouette.

Weizenbock dreifach

Was ist der beste Weizenbock der Welt?

Die Jury der World Beer Awards kürte den Weizenbock “Weihenstephaner Vitus” jüngst zum besten Bier der Welt. Die englische Fachzeitschrift “Beers of the World” richtet die inoffizielle Bier-Weltmeisterschaft einmal jährlich aus. In der Jury sitzen Tester neben Europäern auch Testtrinker aus Asien und den USA. Die Jury ermittelt den Sieger stets durch Blindverkostung.
Den Geschmack des Vitus beschrieb ein Tester begeistert mit blumigen Worten: “Bananen-, Nelken- und Weizenaroma.” Ein Kollege attestierte dem Weizenbock einen Geschmack wie fruchtigen Kaugummi mit starken Würznoten.

Gebraut wird das Vitus in der ältesten Brauerei der Welt, in Freising Weihenstephan bei München. Die Biere der Freisinger Braumeister konnten schon öfter beim Bier-Contest abräumen. So erhielt das Vitus bereits 2010 eine Auszeichnung als weltbestes Weißbiers.

Nach Einschätzung der Weihenstephaner Bierbrauer selbst, sorgt die besonders lange und kalte Lagerung des Bieres für den unverwechselbaren vollmundigen und kräftigen Geschmack. Das Vitus hat einen Alkoholgehalt von 7,7 Prozent und eine Stammwürze von 16,5 Prozent.

Weizenbock auf Englisch heißt übrigens German-style Weizenbock, falls Sie einmal im Ausland einen Weizenbock bestellen wollen. Vor allem in den USA gibt es einige Brauereien, die diese außergewöhnliche Spezialität im Brauprogramm haben. Beispiele sind der Buffalo Bock der Minneapolis Town Hall Brewery oder das Glockenspiel der Great Lakes Brewing Company.

Fazit – eine ganz besondere Bierspezialität

Das Bier ist eine ganz besondere Spezialität, die sie als leidenschaftlicher Biertrinker wenigstens einmal probieren sollten. Die Weizenbock Inhaltsstoffe geben dem Bier einen ganz besonderen Geschmack und eine sehr ansprechende Farbe. Aber Weizenbock hat auch mehr Prozent Alkohol und mehr Stammwürze als andere Biersorten. Deshalb sollten Sie ihn mit Bedacht und eher wie einen guten Wein genießen. Falls Sie jetzt noch mehr über Biere oder andere Getränke erfahren wollen, auf unserem Portal finden Sie spannende Informationen zu alkoholischen und nicht alkoholischen Getränken aller Art.

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