Witbier – das Trendbier mit der noblen Blässe

Witbier

Schon Geishas wussten noble Blässe zu schätzen – genau wie heutzutage auch immer mehr Bierliebhaber. Das belgische Witbier mit seiner unverwechselbaren feine Blässe ist, wie man sich bei dem Namen schon fast denken kann, ein Weißbier. Es ist ein obergäriges Bier, das aus Weizen gebraut wird. Der Witbier Alkoholgehalt liegt bei 4-5 %, es ist unfiltriert, und der Stammwürzegehalt liegt bei 11-14° Plato. Durch Aufkarbonisierung erhält das Witbier eine typische Spritzigkeit, die in Belgien beim Servieren oft durch das Zugeben einer Scheibe Zitrone unterstützt wird. Traditionell fügen belgische Braumeister dem Witbier Gewürze hinzu – am häufigsten Orangenschale und Koriander. Dieses können Sie, da in Belgien nicht, wie in Deutschland, streng nach Reinheitsgebot gebraut wird. Das gibt den Brauern mehr Flexibilität bei der Auswahl an Zutaten, und so erklärt sich auch der immense Variationsreichtum der belgischen Bierlandschaft – immerhin hat es die belgische Braukunst so auf die Liste des immateriellen Kulturerbes als UNESCO-Weltkulturerbe geschafft.

Die Geschichte des Witbier

Das Witbier Rezept entstand sozusagen notgedrungen. Schon seit dem Mittelalter wurde in Belgien hinter Klostermauern traditionell und leidenschaftlich Bier gebraut. In der ersten Hälfte des 15 Jh. kam es in der Landwirtschaft zu landesweiten Getreide überschüssen. Offenbar lag es dann auf der Hand, aus dem überschüssigen Getreide Bier zu brauen. Die WitbierHerstellung war geboren, und so entstand eine weitere Biervariation neben dem bis dahin üblichen reinen Gerstenbier. Fortan hatte Witbier die Inhaltsstoffe Weizen, Gerstenmalz, Gewürze und Hefe. Der Hopfen hatte sich in Belgien als Würzstoff damals noch nicht durchgesetzt, stattdessen gaben speziellen Kräutermischungen, die den Namen “Gruit” tragen, dem belgischen Bier seinen unverwechselbaren Charakter. Da die Witbier Haltbarkeit begrenzt war und es schnell sauer wurde, musste es im Sommer innerhalb von 2 Wochen getrunken werden. Als Zentrum der Witbier Kultur kristallisierte sich die Gegend süd-östlich von Brüssel heraus, und die höchste Witbier-Braukunst wurde dabei den Brauereien rund um die kleine Stadt Hoegaarden zugesprochen. Dort wird auch das wohl beste Witbier der Welt gebraut, das passenderweise den Namen Hoegaarden trägt.

Der Gärprozess und der Geschmack des Witbier

Im Gegensatz zu den meisten gängigen Weizenbieren wird bei dem belgischen Witbier nicht Weizenmalz, sondern roher Weizen verwendet. Das gibt dem Bier seinen charakteristischen seidigen Körper und die frische Getreidigkeit. Im typischen Mischverhältnis von 50/50 wird das Weizen mit Gerstenmalz vermengt. Witbier ist ein obergäriges Bier. Durch die für den Gärprozess nötigen relativ hohen Temperaturen zwischen 14° bis 25° Celsius erhalten obergärige Biere den “bananigen” Geschmack – Untergänge Biere haben dagegen einen “klareren” Charakter. Andere typische geschmackliche Noten eines Witbier sind der herrlich getreidige, frische und nicht zu herbe Geschmack, die Sämigkeit auf der Zunge sowie die leichten fruchtigen Noten. Je nach Witbier Sorten werden verschiedene Gewürze hinzugefügt – bei dem typischen Hoegaarden sind es, wie bei vielen anderen, Koriander und Bitterorangenschale. Das ausgefallenste Beispiel ist wohl das Thai-Wit, dass mit Zitronengras, Ingwer und Sorachi Ace Hopfen verfeinert wird und dadurch seinen besonderen exotischen Charakter erhält.

Witbier im Bierkrug

Besonderheiten des belgischen Bieres

Émile Vandervelde ist derjenige, der einen großen Anteil an dem Alkoholreichtum der belgischen Biere trägt. Dabei war sein Ziel eigentlich genau das Gegenteil: Als Justizminister setzte er im August 1919 das sogenannte “Vandervelde-Gesetz” durch, das dem Alkoholismus vorbeugen sollte. Er verbot den Verkauf von Spirituosen in Bars – die Folge: Die Bierbrauer wurden kreativ, es fand ein “Wettrüsten” um das Bier mit dem höchsten Alkoholgehalt statt. Den Rekord hält wohl das Bush Ambréemit seinen 12° – dagegen erscheint die Witbier Prozent Ausbeute von 4-5° direkt niedrig. Ebenfalls nicht punkten kann das Witbier bei Kalorien: Ähnlich wie ein Pils hat es um die 45 Kcal/100 ml – Bush Ambrée punktet (negativ) mit 101 Kcal/100 ml. Ganz wichtig ist, wie bei grundsätzlich allen belgischen Bieren, das richtige Witbier Glas zu wählen. Denn der belgische Braumeister legt Wert darauf, dass sein Bier auch aus dem passenden Glas getrunken wird – der Variantenreichtum ist groß und reicht von dem geschwungenen Tulpenglas, zum Kelch mit breiter Öffnung, dem Kölsch ähnlichen Glas, bis hin zur Kugel mit Reagenzglas ähnlichem Trinkrohr. Das typische Glas für ein Witbier hat eine weite Öffnung, das für das beliebte Hoegaarden gleicht dem “Havanna Club” Glas – Übrigens finden Sie auf unserer Webseite das perfekte Rezept für Ihre Cuba Libre!

Fazit

Craft Biere erobern immer mehr auch den deutschen Biermarkt. Neben der belgischen Bierlandschaft, haben Engländer schon seit langer Zeit einen Hang zum Craft Beer. Witbier auf Englisch heißt Wheat Beer, wird auch dort immer beliebter und hat sich bereits einen Namen neben dem äußerst beliebten IPA gemacht. Mehr Informationen über diese Bierspezialität können Sie beim Stöbern auf unserer Webseite finden – vielleicht mit einem köstlichen, frischen Witbier in der Hand!

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