Crémant – Der Schaumwein aus Frankreich

Cremant

Champagner und Sekt hast Du schon häufig getrunken? Dann ist es Zeit für Dich, etwas Neues zu probieren. Im Gegensatz zu Champagner und Sekt ist Crémant in Deutschland nicht ganz so bekannt. Als Crémant wird Schaumwein (aus dem Französischen mousse = Schaum) bezeichnet, der ausschließlich außerhalb der bekannten Anbaugebiete für Champagner produziert wird. Der wichtigste Unterschied zum Champagner besteht im geringeren Überdruck in den Flaschen. Ein Crémant ist nicht so lange haltbar wie Champagner und es ist sinnvoll, ihn spätestens 4 Jahre nach der Abfüllung zu verbrauchen. Genießen sollte man ihn bei einer Temperatur von 5-7 °C.

Geschichte des Crémant

Du interessierst Dich für die Geschichte dieses französischen Schaumweines? In früheren Zeiten wurde der Begriff Crémant auch von Champagnerherstellern genutzt, wobei dieser in den Flaschen lediglich die vorgeschriebenen 3,5 bar Überdruck erreichte und nicht die für Champagner klassischen 7 bar. Der Begriff Crémant wird seit den späten 1980er Jahre verwendet. Hintergrund war die inflationäre Verwendung des Begriffs méthode champenoise durch viele Winzer, da diese Bezeichnung nicht geschützt war. Frankreich bat daraufhin die Europäische Union darum, die Verwendung dieses Begriffes außerhalb der Champagne zu verbieten. Immer mehr Winzer nannten ihre Produkte Crémants, sodass im Anbaugebiet der Champagne schließlich auf ihn verzichtet wurde. Seit dem 1. September 1994 ist die Bezeichnung Crémant in der Europäischen Union offiziell anerkannt.

Herstellung von Crémant Sekt

Du weißt sicher, dass es verschiedenste Rebsorten gibt, die je nach Region Geschmacksunterschiede aufweisen. Es gibt inzwischen allgemeingültige Regeln für die Schaumweinherstellung, welche einheitlich vorgeschrieben sind. So ist nur die Lese per Hand zulässig und der Transport zur Kellerei darf lediglich in offenen Kisten aus Kunststoff geschehen. Ebenso ist nur die Pressung ganzer Trauben erlaubt und es dürfen maximal 100 Liter Most aus 150 kg Trauben gewonnen werden. Zudem ist ein Maximalgehalt von 150 Milligramm/Liter an Schwefeldioxid zwingend und der Most muss mindestens neun Monate durch die Hefe im Gärungszustand bleiben.

Der minimale Alkoholgehalt ist auf 8 Vol.-Prozent festgelegt. Eine nachgewiesene Geschmacksprüfung hat selbstverständlich ebenfalls stattzufinden, sodass Du ein hochwertiges Produkt bekommst. Crémants sind nur sanft schäumend, ihre Kohlensäure ist vergleichsweise verhalten.

Anbaugebiete für Crémant

Zu den bekanntesten Sorten dieses Schaumweines gehören unter anderen der Crémant de Loire, der Crémant d’Alsace und der etwas seltener produzierte Crémant d’Alsace rosé (er wird aus Pinot Noir hergestellt) sowie der Crémant de Bourgogne. Er ist auch als Crémant de Bourgogne rosé erhältlich. Auch er ist etwas seltener und aus Pinot Noir, beziehungsweise aus Gamay hergestellt. Zudem können bei seiner Kelterung beliebige weiße Grundweine verwendet werden. Für die Herstellung ist vorgeschrieben, dass diese aus den jeweiligen Regionen stammen. Seit einigen Jahren gibt es auch Crémant, der nicht aus Frankreich stammt, beispielsweise den Crémant de Luxembourg oder den Crémant de Wallonie aus Belgien.

Crémant de Bourgogne

Die wichtigsten Produzenten von Crémant Sekt

Es gibt in Frankreich selbst sieben Regionen, in denen der Schaumwein hergestellt wird. Diese Regionen geben dem Schaumwein stets den Namen, unter dem er vertrieben wird. Beispielsweise wird er als Crémant de Die (Anbaugebiet Rhône), Crémant de Limoux (Region Languedoc)oder Crémant du Jura (Region Jura in Ostfrankreich) angeboten.

Crémant de Loire
Ausschließlich aus dem Gebiet der Loire darf der Crémant de Loire stammen. Als Traubensorten für seine Herstellung werden Chardonnay, Chenin Blanc, Grolleau Gris, Cabernet Franc sowie Menu Pineau verwendet. Für die Rosévariante keltert man Pineau d’Aunis, Grolleau Noir, Cabernet Sauvignon sowie Pinot Noir.

Crémant d’Alsace
Der aus dem Elsass stammende Schaumwein wird Dir sicher gut schmecken, denn zumeist wird er aus Rebsorten wie Auxerrois und Pinot Blanc gekeltert, aber auch die Sorten Pinot Noir, Pinot Gris, Chardonnay oder Riesling werden verwendet. Du wirst Crémants aus dem Elsass lieben, denn sie sind vor allem für ihre Fruchtigkeit bekannt. Crémant d’Alsace hat im Durchschnitt 12 Vol.-Prozent Alkoholgehalt.

Crémant de Bourgogne
Wenn Du diese Sorte aus dem Burgund probieren möchtest, dann lohnt sich ein Besuch in Burgund, denn sie wird ausschließlich in den Departments Yonne, Côte-d’Or, Rhône sowie Saône-et-Loire hergestellt. Für die Kelterung werden die Rebsorten Pinot Gris, Pinot Noir, Pinot Blanc und Chardonnay, häufig aber auch Gamay, Aligoté, Melon de Bourgogne oder Sacy genutzt.

Wenn Du Dich für die Anbaugebiete und die Herstellung des Schaumweines interessierst, solltest Du die verschiedenen Sorten einfach probieren und Dich vom Geschmack selbst überzeugen. Sie sind in vielen Geschäften erhältlich. Natürlich kannst Du auch direkt bei den Winzern beispielsweise einen Crémant de Loire oder einen Crémant de Bourgogne verkosten. Dies wäre in Form einer Rundreise durch die einzelnen Anbaugebiete Frankreichs möglich. Dort hast Du die Möglichkeit die Produktionsstätten zu besuchen, Dich über das Verfahren der Flaschengärung, die Abfüllung oder die Lagerung zu informieren.
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